HBW zeigt große Moral, verliert am Ende trotzdem deutlich

Abgezockte Löwen lassen Gallier von der Alb abblitzen

Letztendlich hat es nicht sollen sein mit der Überraschung gegen den Tabellenführer. In der ausverkauften SparkassenArena in Balingen musste sich der HBW Balingen-Weilstetten den Rhein-Neckar Löwen am Ende deutlich mit 21:31 geschlagen geben. Die Mannheimer bleiben damit auch im zehnten Ligaspiel in Folge ohne Punktverlust und grüßen weiter souverän von der Tabellenspitze, während der HBW bei vier Zählern in dieser Saison stehen bleibt.
Die Schützlinge von HBW-Coach Markus Gaugisch, die ohne die verletzten Vasilakis, Ilitsch und Wilke antraten, kamen zu Beginn der Partie vor allem in der Offensive schwer in die Gänge. Schnell konnte man sehen, warum auch Top-Teams wie Kiel sich derzeit an der starken Löwen-Abwehr um Ex-Gallier Stefan Kneer die Zähne ausbeißen. Es dauerte bis zur 5. Spielminute, ehe Olivier Nyokas seine Farben erlöste und den Knoten platzen ließ. Weil die Löwen bis dahin aber auch nur zweimal getroffen hatten, war das Spiel anfangs noch recht ausgeglichen.
In der Folge zogen die Löwen aber Schritt für Schritt davon. Vor allem Löwen-Keeper Mikael Appelgren sorgte mit einigen Paraden dafür, dass die Gäste ihren Vorsprung immer weiter ausbauen konnten. Nach 15 Minuten lagen die Mannheimer beim Stande von 4:9 bereits mit fünf Toren vorn. Weiter sollte der Vorsprung aber erstmal nicht anwachsen. Die HBW-Abwehr stand nun etwas besser und die HBW-Offensive entwickelte in dieser Phase des Spiels ein wenig mehr Durchschlagskraft.
Doch ausgerechnet eine Auszeit von Chef-Gallier Markus Gaugisch zehn Minuten vor dem Pausenpfiff brachte einen Bruch ins Spiel der Heimmannschaft: Die Gäste aus der Kurpfalz erzielten die nächsten drei Tore nach der Auszeit und zogen so davon. Dabei ließen die Balinger gute Chancen teilweise fahrlässig liegen, was die Löwen im Stile einer Spitzenmannschaft auszunutzen wussten.
Bis zur Pause bauten die Löwen so ihren Vorsprung auf neun Tore aus, es ging mit 11:20 in die Halbzeit, auch wenn HBW-Keeper „Raša“ Ristanović den letzten Ball von Patrick Groetzki mit der Pausensirene entschärfen konnte.
In Unterzahl starteten die Gallier von der Alb dann in den zweiten Durchgang, weil Kapitän Martin Strobel kurz vor der Pause mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt wurde. Wieder dauerte es fast drei Minuten bis der HBW Löwen-Goalie Appelgren überwinden konnte. Inzwischen war der Tabellenführer auf zehn Tore davongezogen.
Dann zeigte HBW-Neuzugang Peter Johannesson im Tor seine Klasse und hielt zwei Bälle hintereinander. In der Folge kam der junge Schwede immer besser in Tritt, auch Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer zog bei einem Siebenmeter Mitte der zweiten Halbzeit gegen Johannesson den Kürzeren. Das reichte aber dennoch nicht, um aus Sicht der Heimmannschaft wieder in Schlagdistanz zu kommen, weil sich immer wieder Fehler ins Offensivspiel des HBW einschlichen und die Gäste somit bei Tempogegenstößen leichtes Spiel hatten.
Das Spiel plätscherte jetzt vor sich hin, die Löwen verwalteten ihren Zehn-Tore-Vorsprung größtenteils souverän. Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen war trotzdem nicht zufrieden mit seiner Mannschaft und nahm die Auszeit. Alexander Pettersson durfte frühzeitig Feierabend machen und wurde durch den Norweger Harald Reinkind ersetzt, ansonsten ließ Jacobsen aber seine Stars um Kapitän Gensheimer auf dem Feld. Es blieb bis zum Abpfiff bei den zehn Toren Unterschied, den Schlusspunkt setzte HBW-Youngster Jan Remmlinger mit seinem Treffer zum 21:31.
Der Tabellenführer aus Mannheim war letztendlich zu abgezockt und souverän für tapfer kämpfende Gallier, die tolle Moral bewiesen, am Ende des Abends dann aber doch mit einer deutlichen Niederlage vom Feld gehen mussten. In der anschließenden Pressekonferenz konnte HBW-Trainer Markus Gaugisch dem Spiel trotzdem Positives abgewinnen: „Die Jungs haben sich heute zerrissen, haben trotz des deutlichen Pausenrückstands nie aufgegeben und immer weiter gekämpft. Das ist die Grundvoraussetzung. Diesen positiven Aspekt müssen wir mitnehmen, das Schlechte verbessern und die Pause bis zum Pokalspiel nutzen.“
Für die Löwen geht es bereits am kommenden Samstag weiter, dann empfangen die Kurpfälzer in der EHF Champions League Pick Szeged. In der Liga geht es am Sonntag, 25. Oktober mit einem Heimspiel gegen die HSG Wetzlar weiter. Die Gallier von der Alb können nach der achten Saisonniederlage erstmal verschnaufen, bevor es dann am Dienstag, 27. Oktober im DHB-Pokal mit dem Derby zu Hause gegen FRISCH AUF! Göppingen weitergeht.

HBW Balingen-Weilstetten: Radivoje Ristanovic, Peter Johannesson (TW); Fabian Böhm 5, Christoph Foth 1, Olivier Nyokas 4, Jannik Hausmann 1, Christoph Theuerkauf 2, Martin Strobel, Yves Kunkel 5/3, Julian Krieg 1, Manuel Frietsch, Niklas Ruß 1, Jan Remmlinger 1

Rhein-Neckar Löwen: Mikael Appelgren, Richard Stochl (TW); Andy Schmid 2/1, Uwe Gensheimer 8/3, Stefan Kneer 1, Rafael Baena 1, Mads Mensah Larsen 10, Hendrick Pekeler, Patrick Groetzki 3, Harald Reinkind 1, Gedeón Guardiola 1, Alexander Petersson 4

Strafwürfe: HBW 3/3 – RN Löwen 5/4

Zeitstrafen: HBW 2 – RN Löwen 2

Nächstes Spiel: HBW Balingen-Weilstetten vs. FRISCH AUF! Göppingen am Dienstag, 27. Oktober, um 19:30 Uhr, in der SparkassenArena Balingen.

Sparkasse Stumpp Becker DAK Bizerba Holcim Kempa
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