Spielbericht des HBW-Pressedienstes

Gallier von der Alb haben sich beim Tabellenvierten Melsungen teuer verkauft und verlieren unglücklich

Bis zehn Minuten vor dem Schlusspfiff durfte der HBW Balingen-Weilstetten von der Überraschung in Kassel träumen. In Unterzahl fielen die Gallier von der Alb aber mit zwei Treffern in Rückstand und am Ende konnte die MT Melsungen mit einem knappen 29:28(16:16)-Erfolg den vierten Platz in der Tabelle festigen. Die Balinger bleiben weiterhin auf Platz 14, da auch die anderen Mannschaften im Tabellenkeller verloren haben.

„Wir haben gerade in diesen Spielen jetzt die Chance, vieles besser zu machen. In den letzten Partien vor der Pause haben mir einige Dinge nicht gefallen,“ bemängelte HBW-Trainer Frank Bergemann vor dem Spiel bei der MT Melsungen das Auftreten seiner Mannschaft gegen die SG Flensburg/Handewitt und auch im Spiel davor, dem Schwaben-Derby gegen FrischAuf Göppingen. Allerdings hatte es in Kassel zunächst den Anschein, als ob die Erwartung von HBW-Coach Bergemann nicht erfüllt werden. Während nämlich die Hausherren von der ersten Sekunde an hellwach auf der Platte standen, schienen die Balinger zwar körperlich, aber geistig nicht in der Halle zu sein. Fabian Böhm konnte die 1:0-Führung der Hausherren noch ausgleichen, aber danach herrscht Flaut im Balinger Angriff.

„Rien ne va plus – nichts geht mehr,“ hieß es in der Melsunger Abwehr für den HBW-Angriff und während die Hausherren am eigenen Kreis Beton anrührten, trafen sie vorne nach Belieben. Bereits in der siebten Spielminute, beim Stande von 6:2 wechselte Bergemann seinen Torhüter. Für den glücklosen Matei Asanin, der bis dahin keine Hand den Ball gebracht hatte, probierte er es mit dem Schweden Peter Johannesson, aber auch der war nicht viel erfolgreicher. Beim 8:3 nach knapp neun Minuten sah es nach einem ähnlichen Spielverlauf wie in den Begegnungen zuvor aus und Bergemann holte seine Jungs zur ersten Besprechung zusammen. Bis seine taktischen Umstellungen griffen dauert es zunächst etwas, aber die Gallier von der Alb kamen nach und nach besser ins Spiel.

Nach dem Christoph Theuerkauf mit seinem ersten Treffer auf 10:6 verkürzen konnte, nutzte Olivier Nyokas den ersten Fehler im Angriff der Nordhessen, um per Tempogegenstoß auf 10:7 zu verkürzen. Jetzt waren die „Bergemänner“ wieder im Spiel und jetzt setzten sie auch um, was ihr Trainer von ihnen erwartete. Vor 4 300 Zuschauern in der Rothenbach Halle in Kassel entwickelte sich eine völlig ausgeglichene Partie und als die Gäste aus dem Schwäbischen auf 14:13 verkürzt hatten, war es sechs Minuten vor der Halbzeitpause Melsungens Trainer Michael Roth, der eine Auszeit nahm. Mit einer energischen Ansprache versuchte er seine Bartenwetzer wieder auf Kurs zu bekommen, aber der HBW ließ sich jetzt nicht mehr so vorführen, wie zu Beginn der Partie. Die Gallier von der Alb hatten zwar noch immer keinen großen Rückhalt von ihren Torhütern – der ähnlich glücklose Johannesson hatte längst wieder für Asanin Platz gemacht – aber dank einer ganz starken, von Davor Dominikovic wieder hervorragend organisierten Abwehr, bekam der Angriff die Chance, den Spielstand nicht nur auszugleichen, sondern sogar in Führung zu gehen. Zwei Minuten vor dem Pausenpfiff war es Mannschaftskapitän Martin Strobel der zur 16:15-Führung traf. Melsungen konnte nochmals ausgleichen und mit einem nach der Auftaktphase nicht erwarteten 16:16 ging es in die Kabinen.

In der zweiten Hälfte der Partie sah man zwischen dem Tabellenvierten und dem Tabellenvierzehnten spielerisch und vor allem kämpferisch keinen Unterschied mehr. Die Gallier von der Alb haben genau das gemacht, was ihr Trainer von ihnen erwartete: Sie sind an ihrem Gegner gewachsen und nach einer Parade von Asanin brachte Fabian Böhm den HBW erneut mit einem Treffer in Front. Die Nordhessen holten sich die Führung wieder zurück und ab der 36. Minute hatte der HBW eine ganz kritische Phase zu überstehen. Jannik Hausmann und Julian Krieg mussten kurz hintereinander für zwei Minuten auf Bank und in doppelter Unterzahl konnte sich die MT beim 19:17 wieder etwas Luft verschaffen. Die Mannschaft von Trainer Bergemann kämpfte aber unverdrossen weiter und in der 39. Minute gelang Jannik Hausmann der erneute Ausgleich zum 19:19.

Jetzt folgte die stärkste Zeit des HBW. Nach der erneuten Führung durch Hausmann legt Yves Kunkel per Strafwurf das 22:20 nach und als Martin Strobel in der 47. Minute sogar auf 24:21 für den HBW erhöhte, musste Melsungens Trainer den Lauf der Schwaben mit einer Auszeit stoppen. Seine Worte verfehlten ihre Wirkung nicht und in der 50. Minute war die Partie wieder ausgeglichen. Es stand 25:25 und den Schwaben klebte in der Folge das Pech etwas an den Fingern. Als die beiden Unparteiischen in einer undurchsichtigen Situation Fabian Böhm erneut für zwei Minuten auf die Bank schickten, war für ihn das Spiel beendet. Es war die dritte Zeitstrafe für den mit sechs Treffern erfolgreichsten Balinger Werfer und sein Fehlen war eine erhebliche Schwächung für die Mannschaft von Trainer Bergemann.

Melsungen nutzte die Überzahl und ging in der 54. Minute mit 27:25 vorentscheidend in Führung. Martin Strobel konnte zwar nochmals verkürzen, aber Melsungen legte sofort nach und erhöhte per Strafwurf wieder auf 29:27. Auch diesen Vorsprung verkürzte Christoph Theuerkauf nochmal auf 29:28 und bei noch drei Minuten Spielzeit war eigentlich noch alles offen. Allerdings mussten die Balinger die alles entscheidenden Minuten vor dem Schlusspfiff erneut in Unterzahl bestreiten. Dieses Mal hatte es Christoph Foth getroffen, der für zwei Minuten auf die Bank musste. Die Mannschaft von Trainer Bergemann verteidigte zwar clever und ließ keinen Gegentreffer mehr zu, aber im Angriff scheiterte Olivier Nyokas gleich zwei Mal an dem in dieser Phase überragenden Torhüter der MT Melsungen. So rettet der Favorit den glücklichen Sieg über die Runde und die Balinger mussten mit leeren Händen die Rückreise antreten, obwohl sie mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten.

Die Mannschaften

MT Melsungen: Maurice Paske, Rene Villadsen (TW); Marino Maric, Johannes Sellin 3/2, Patrik Fahlgren 1, Christian Hildebrand, Felix Danner 6, Philipp Müller, Jeffrey Boomhouwer 5, Momir Rnic 7/2, Timm Schneider 2, Nenad Vuckovic 1, Michael Müller 4;
HBW Balingen-Weilstetten: Matej Asanin, Peter Johannesson (TW); Fabian Böhm 6, Christoph Foth, Olivier Nyokas 6, Jannik Hausmann 2, Dennis Wilke, Christoph Theuerkauf 2, Martin Strobel 5, Yves Kunkel 4/3, Julian Krieg 3, Sascha Ilitsch, Niklas Ruß, Davor Dominikovic;

Zeitstrafen

MTM 4, HBW 6;

Strafwürfe

MTM 5/4, HBW 4/3;

Nächstes Spiel

HBW Balingen-Weilstetten – HBW Balingen-Weilstetten, Mittwoch, 20. April, 20:45 Uhr, SparkassenArena Balingen.

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