Spielbericht des HBW-Pressedienstes

Nach starker erster Hälfte im zweiten Durchgang eingebrochen

Beim absoluten Top-Favoriten auf die Deutsche Meisterschaft, der SG Flensburg-Handewitt mussten die Gallier von der Alb ohne Olivier Nyokas und ohne Alexandros Vasilakis auf die Platte. Während sich bei der Lebensgefährtin von Vasilakis der Nachwuchs angekündigt hat, ist Nyokas kurz bevor seine Mannschaftskameraden auf die Platte gingen, stolzer Vater einer Tochter geworden. An Stelle des Franzosen nahm HBW-Coach Markus Gaugisch Jan Remmlinger aus dem Perspektivkader mit. Trotzdem fehlte den Schwaben damit gleich im ersten Ligaspiel viel Feuerkraft aus dem Rückraum, was sich vor allem in der zweiten Hälfte bemerkbar machte.

Das erste Saisontor der Hausherren erwiderte Fabian Böhm mit einem sehenswerten Wurf aus dem Rückraum und auch die nächste Führung, die Anders Eggert per Strafwurf erzielte, blieb vom HBW nicht unbeantwortet. Auch Jannik Hausmann nutzte die Chance von der Siebenmetermarke und verwandelte sicher zum 2:2-Ausgleich. In der Folge unterliefen dem Underdog aus Balingen aber ein paar einfach Fehler und Ballverlust, die der Meisterschaftsfavorit gnadenlos bestrafte und nach nur knapp acht Spielminuten stand es bereits 7:2. Beim 8:4 nach noch nicht einmal zehn Zeigerumdrehungen, hatte HBW-Coach Markus Gaugisch genug gesehen und er holte seine Spieler in einer Auszeit zusammen.

Auch wenn es zunächst den Anschein hatte, dass Gaugisch mit seiner Ansprache nicht viel erreicht hatte, so hatte er aber doch den Lauf der Hausherren unterbrochen. Die konnten zwar noch per Tempogegenstoß auf 9:4 erhöhen, aber danach spielte der Underdog mit dem Favoriten auf Augenhöhe. Jetzt packte auch die Balinger Abwehr beherzter zu und die Lücken vor Torhüter Matej Asanin waren nicht mehr ganz so groß. Endlich bekam auch er den ein oder anderen Ball zu fassen und je besser Abwehr und Torhüter ins Spiel fanden, je mehr Torgelegenheiten bekamen die Angreifer. Ab der 25. Spielminute dominierten plötzlich die Schwaben. Vom 13:7 verkürzten sie auf 13:10 und jetzt war es für den Trainer der Hausherren, Ljubomir Vranjes, an der Zeit die Grüne Karte für eine Auszeit auf den Zeitnehmertisch zu legen.

Seine Ansprache verpuffte aber fast völlig. Seine Mannschaft traf danach zwar zum 14:10, aber bis zum Halbzeitpfiff verkürzte der HBW weiter und bei Stand von 14:12 wurden die Seiten gewechselt. Als HWB-Keeper Asanin zu Beginn der zweiten Hälfte einen Wurf von Holger Glandorf parieren konnte und Fabian Böhm im Gegenzug auf 14:13 verkürzte wurde es in der FLENS-ARENA ziemlich leise. Allerdings schien Böhm mit seinem Treffer einen schlafenden Bär geweckt zu haben. Die SG-Abwehr stand jetzt wieder ähnlich kompakt und aggressiv wie zu Beginn der Partie. Die Balinger rannten sich ein ums andere Mal fest und kam doch ein Wurf Richtung Tor, stand Mattias Andersson immer genau richtig. Vom Anschlusstreffer für die Schwaben bis zur 17:13-Führung benötigte der Meisterschaftsfavorit gerade mal 120 Sekunden.

Einmal in Schwung, war die SG vom HBW nicht mehr zu bremsen. Eine Angriffswelle nach der anderen überrollte die Balinger Abwehr einem Tornado ähnlich und Mitte der zweiten Hälfte, beim Stande von 25:16 war das Spiel entschieden. Markus Gaugisch hatte kurz zuvor zwar nochmals eine Auszeit genommen, aber der Favorit ließ sich nicht mehr aus dem Tritt bringen. Beim 32:19 drohte gar eine fürchterliche Klatsche, denn egal was Strobel und Co. auch probierten, es funktionierte einfach nichts mehr. Man hatte auch nicht das Gefühl, dass Flensburg einen Gang zurück schaltet. In den letzten Spielminuten gelang dem HBW aber dann doch noch etwas Ergebniskosmetik. Es blieb mit 32:22 aber trotzdem bei einer zweistelligen Niederlage und mit dem Schlusspfiff richteten sich die Augen der Schwaben auch schon Richtung dem ersten Heimspiel, in dem man die Gelegenheit nutzten möchte, den zunächst letzten Tabellenplatz wieder abzugeben.

HBW-Trainer Markus Gaugisch nach dem Spiel: „Was uns in Flensburg erwartet war klar. Die SG hat uns vor große und immer wieder neue Aufgaben gestellt. Den ersten Ansturm haben wir gut überlebt und uns immer wieder gut rausgearbeitet bis zur Halbzeitpause. In der zweiten Halbzeit haben wir dann zu viele Fehler gemacht und die wurden gnadenlos bestraft. Trotzdem bin ich mit der heutigen Leistung zufrieden. Die Mannschaft hat alles aus sich herausgeholt was möglich war. Darauf können wir aufbauen. Alle haben Gas gegeben und alles versucht, aber ohne Nyokas und Vasilakis hat uns einfach die Breite gefehlt und dann ist Flensburg eben um zehn Tore besser.“

Die Mannschaften

SG Flensburg-Handewitt: Mattias Andersson, Kevin Moeller(TW); Tobias Karlsson,  Anders Eggert 7/4, Holger Glandorf 6, Thomas Mogensen 4, Lasse Svan 5, Johan Jakobsson 1, Anders Zachariassen 2, Henrik Toft Hansen, Jim Gottfridsson 4, Rasmus Lauge Schmidt 2, Kentin Mahé 1;
HBW Balingen-Weilstetten: Radivoje Ristanovic, Matej Asanin (TW); Fabian Böhm 7, Felix König 2, Christoph Foth 1, Jannik Hausmann 2, Dennis Wilke 2/2, Martin Strobel 2, Yves Kunkel 2/2, Julian Krieg 3, Manuel Frietsch, Sascha Ilitsch, Niklas Ruß 1, Jan Remmlinger;

Zeitstrafen:

SG 4, HBW 2;

Strafwürfe:

SG 4/4, HBW 5/4;

Nächstes Spiel:

HBW Balingen-Weilstetten – VfL Gummersbach, Samstag, 29. August, 19 Uhr, SparkassenArena.

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