Vorbericht des HBW-Pressedienstes

Melsungen abhaken und gegen Kiel befreit aufspielen - Gallier von der Alb werden dem Meister nichts schenken

Nach der unglücklichen 29:28-Niederlage beim Tabellenvierten in Melsungen bleibt den Gallier von der Alb nur wenig Zeit, um sich auf das nächste Hammerspiel vorzubereiten. Bereits am Mittwochabend müssen die Schwaben erneut auf die Platte. In der Balinger SparkassenArena erwarten sie keinen geringeren als den amtierenden Deutschen Meister THW Kiel. Spielbeginn ist um 20:45 Uhr. Die Leitung der Partie, die live im Free-TV von Sport-1 übertragen wird, haben die beiden Unparteiischen Philipp Dinges und Daniel Kirsch.

„Ich hoffe, dass die Mannschaft das jetzt gut wegsteckt. Wir sind einerseits enttäuscht, auf der anderen Seite haben wir aber auch ein gutes Spiel gemacht“, lobte HBW-Coach Frank Bergemann seine Mannschaft nach der unglücklichen Niederlage bei der MT Melsungen. Nach holprigem Start waren seine Jungs Mitte der zweiten Halbzeit immer besser ins Spiel gekommen und hatten dem Tabellenvierten alles abverlangt. „Wir standen sicher in der Abwehr und konnten mit unseren Kontern einige Nadelstiche setzen, die Melsungen weh getan haben. Leider haben wir Mitte der zweiten Hälfte zwei, drei Matchbälle liegen lassen, die uns dann am Ende gefehlt hatten“, war für Bergemann nicht nur die Schlussphase, als seine Mannschaft fast ständig in Unterzahl war, ausschlaggebend für die Niederlage. Neben der Abwehr bedacht Bergemann vor allem seinen Spielmacher Martin Strobel mit einem Sonderlob: „Er hat sehr klug Regie geführt, den Ball schnell und gut laufen lassen und hatte auf die Melsunger Abwehrumstellungen immer die richtigen Antworten parat.“

Viel Zeit dem durchaus möglichen Punktgewinn nachzutrauern haben die Balinger allerdings nicht. Nur drei Tage nach dem Spiel gegen den Tabellenvierten kreuzt der deutsche Serienmeister THW Kiel in der Balinger SparkassenArena auf und der wird dem HBW auch nichts schenken. Mit nur einem Minuspunkt mehr auf dem Konto, als der aktuelle Tabellenführer, die Rhein-Neckar-Löwen, ist der amtierende Deutsche Meister erneut ein ganz heißer Kandidat für die Meisterschaft in dieser Saison. Allerdings dürfen sich die Zebras keinen Ausrutscher mehr erlauben, wenn sie die Löwen noch abfangen möchten. Dabei ist es nicht nur der eine Punkt, der den Kieler fehlt, sondern sie haben auch das deutlich schlechtere Torverhältnis gegenüber dem aktuellen Tabellenführer. Was das bedeutet, hat im letzten Spiel FrischAuf Göppingen erleben dürfen. Obwohl das Spiel längst entschieden war, kämpfte der Tabellendritte bis zum Schlusspfiff um jeden einzelnen Treffer. Vier Minuten vor Spielende hatte THW-Trainer Alfred Gislason beim Stande von 35:26 sogar noch eine Auszeit genommen, weil zuvor seine Jungs mit ihren Möglichkeiten etwas fahrlässig umgegangen waren. Er ermahnte sie sehr energisch, dass jeder Treffer wichtig sei.

Das Spiel gegen Göppingen hat auch nachhaltig unter Beweis gestellt, dass die Kieler die kritische Phase mit einigen verletzten Stammkräften gut überwunden haben und die Nachverpflichtungen, die in der Winterpause getätigt wurden, sich hervorragend integriert haben. Vor allem Ilija Brozovic am Kreis, stellte die Göppinger immer wieder vor unlösbare Probleme und hat sich als vollwertiger Ersatz für die Langzeitverletzten Patrick Wiencek und Toft Hansen erwiesen. Im linken Rückraum fehlt zwar Christian Dissinger, der sich nach gerade überstandener Verletzung schon wieder eine Blessur zugezogen hat, aber mit Blazenko Lackovic haben die Zebras auch für diese Position einen vollwertigen Ersatz geholt. Aus dem THW-Lazarett zurück gekehrt ist derweil Europameister Steffen Weinhold der gegen FrischAuf Göppingen ein gelungenes Comeback gefeiert hat. Einen Spieler aus dem Kader der Kieler Zebra-Herde hervorzuheben, würde allen anderen nicht gerecht. Es gibt einige Clubs in der DKB Handball-Bundesliga, unter anderem auch der HBW, die mit Fug und Recht von sich behaupten, dass es in der Mannschaft keinen Star gibt, sondern die Mannschaft gemeinsam der Star ist. Bei Kiel ist das etwas anders. Dort besteht die Mannschaft nur aus Stars, denen man allen das Prädikat „Weltklasse“ verleihen kann.

Gegen die Gallier von der Alb wird THW-Trainer Alfred Gislason keinen einzigen seiner Stars schonen. Die Kieler werden ganz sicher die Marschroute habe, von Anfang an für klare Verhältnisse zu sorgen, um nicht wie im vergangenen Jahr eine Überraschung zu erleben. Darüber ist sich natürlich auch HBW-Coach Frank Bergemann im Klaren. „Für uns ist es wichtig, dass wir die Niederlage gegen Melsungen schnell abhaken und auch körperlich regenerieren“, weist Bergemann darauf hin, dass seine Jungs im Vergleich zum Gegner, der bereits am Samstag gespielt hat, einen Tag weniger Zeit haben, um sich von den Strapazen des Wochenendes zu erholen. Dann sei es ganz wichtig, das Positive aus Melsungen und davon habe es viel gegeben, in das Spiel gegen Kiel mitzunehmen, aber vor allem von der ersten Sekunde an hellwach zu sein. Er hoffe natürlich auch, dass die HBW-Fans die gute Leistung von Melsungen honorieren und die Mannschaft gegen Kiel dafür sechzig Minuten lang Unterstützung bekomme.

In der Spieltagsvorschau von HBW.tv kam dieses Mal Linkshänder Julian Krieg zu Wort, der in Melsungen auf Grund der Verletzung von Alexandros Vasilakis über 60 Minuten zum Einsatz kam. Wie er mit der Situation umgeht und was es für ihn bedeutet erzählte er im Interview (s. nachfolgend).

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