Spielbericht des HBW-Pressedienstes

Im Schwaben-Derby gab es für Balingen nichts zu erben

Der TVB 1898 Stuttgart hat das hochbrisante Schwaben Derby gegen den HBW Balingen-Weilstetten am Freitagabend in der ausverkauften Stuttgarter Porsche-Arena für sich entschieden und ist damit in der Tabelle dank des besseren Torverhältnisses wieder an Balingen vorbeigezogen. Die Gäste aus dem Zollernalbkreis, die von rund 1000 treuen Fans in die Landeshauptstadt begleitet wurden, kamen über die gesamten sechzig Minuten nie für einen Sieg in Frage. Den zwei Stuttgartern Hauptakteuren Jogi Bitter im Tor und Spielmacher Michael Kraus hatten die Balinger nichts Gleichwertiges entgegen zu setzen.

„Ich hoffe, dass meine Spieler gegen Jogi Bitter konzentriert werfen, sich nach einem Fehlwurf nicht zu viele Gedanken machen und in Selbstzweifel verfallen“, hoffte HBW-Coach Rúnar Sigtryggsson, dass der Ex-Nationaltorhüter im Schwaben-Derby nicht zum Faktor wird, aber einer schien seine Sorgen nicht verstanden zu haben. Sein Top-Torschütze Yves Kunkel, der am vergangenen Spieltag gegen Coburg mit 15 Toren fast Alleinunterhalter war, versagte gleich bei seinem ersten Wurf vom Punkt. Mit einem Heber, der nicht nur hoch über Bitter, sondern auch hoch übers Tor ging, vergab er in der vierten Spielminute die Chance zur 1:0-Führung für den HBW. „Das war eine Frechheit und eine Überheblichkeit“, war der Sigtryggsson nach dem Spiel von dieser Aktion überhaupt nicht erbaut. Kunkel selber hatte offensichtlich an dem missglückten Versuch auch zu knabbern, denn auch seine zwei nächsten Würfe von Außen ließen seine bekannte Kaltschnäuzigkeit vermissen.

Wie man sich in so einem Spiel Selbstvertrauen holt, zeigte im direkten Gegenzug Ex-Weltmeister Michael Kraus. Ohne viel Vorbereitung, aber mit sicherem Auge und bekannt schnellem Armzug schweißte er die Kugel zur 1:0-Führung für die Hausherren in die Balinger Maschen. Die zuvor bei Stuttgartern durchaus vorhanden Nervosität begann zu schwinden und von Minute zu Minute kam der TVB besser ins Spiel. In der Abwehr kauften die Stuttgarter dem Balinger Angriff mit konsequenter Härte und schnellen Beinen den Schneid ab. Die HBW-Abwehr stand zwar auch gut, aber im Gegensatz zu Stuttgart, fanden Strobel und Co. gegen die TVB-Abwehr kaum Lösungen. Entsprechend selbstkritisch und sauer war der Balinger Spielmacher dann auch nach dem Spiel. „Von unserer Seite war es einfach katastrophal. Wenn man nur sechs Tore in zwanzig Angriff erzielt, muss man sich fragen, wo der Mut, die Aggressivität und Drang der zum Tor ist“, war für Strobel klar, dass die Hypothek aus der ersten Halbzeit für die zweiten dreißig Minuten einfach zu groß war, um das Spiel nochmals zu drehen.

Nach dem 5:4, einem Dusel-Tor von Michael Kraus, nutzte der TVB in der 18. Spielminute einen Schrittfehler von Martin Strobel um per Tempogegenstoß den ersten Zwei-Tore-Vorsprung zu erzielen und als seiner Mannschaft gar nichts mehr einfiel, nahm HBW-Coach Sigtryggsson die erste Auszeit. Die brachte aber gar nichts, denn kaum wieder auf der Platte, unterlief seiner Mannschaft ein Abspielfehler und Stuttgart erhöhte auf 7:4. Nach dem 9:6 kam dann auch noch das Pech mit Pfosten und Lattentreffer hinzu und so ging es schließlich mit einer 11:6-Führung für die Hausherren in die Kabine.

In den zweiten dreißig Minuten kam der HBW besser ins Spiel. Sascha Ilitsch ließ zwar die erste Freie noch liegen, aber nach dem 12:6 begann der Stuttgarter Vorsprung zu schrumpfen. Beim 14:11 durch Pascal Hens, bei dem es für den Can Celebi auch noch eine zwei Minutenstrafe hätte geben müssen, schien die Partie zu kippen. Nach der nichtgegebenen Zeitstrafe, pfiffen die beiden Unparteiischen aber im Gegenzug einen etwas fragwürdigen Strafwurf für Stuttgart. Der Abwehrblock soll im Kreis abgewehrt haben. Die Gelegenheit ließen sich die Hausherren nicht nehmen und erhöhten wieder auf 15:11. Im Gegenzug wollte Sascha Ilitsch zu viel, bekam zurecht ein Stürmerfoul abgepfiffen und im Gegenzug fiel das 16:11.

Nach dem 16:12 durch Kunkel hatten die Balinger erneut ein paar Gelegenheiten wieder ins Spiel zu finden. In Überzahl vergab Kunkel aber seinen zweiten Strafwurf. Zu dem hätte es aber erst gar nicht kommen müssen, denn alle HBW’ler hatten nicht bemerkt, dass Bitter noch gar nicht im Tor war, weil Stuttgart mit einem zusätzlichen Feldspieler agierte. Hausmann wurde im Tempogegenstoß gefoult und so bekam der Balinger Rekord-Torschütze die Chance, für seine Mannschaft erneut zu verkürzen. Der Wurf landete deutlich neben dem Tor. Beim nächsten Ballgewinn im Überzahl wollte Christoph Foth es besser machen, aber sein Wurf aus der eignen Hälfte landete ebenfalls neben dem Tor. Besser machten es wenige Sekunden später Michael Kraus. Er traf das leere HBW-Tor zum 19:12 und als es ihm Torhüter Jogi Bitter nach der Balinger Auszeit auch noch nachmachte, war das Spiel in der 46. Minute beim Stand von 20:12 so gut wie entschieden.

Balingen investierte zwar nochmals viel und konnte wieder bis auf 23:20 verkürzen. Als nach zwei Paraden von Torhüter Peter Johannesson Sascha Ilitsch im Angriff ausrutschte, was als technischer Fehler gewertet wurde und im Tempogegenstoß Tobias Schimmelbauer das 24:20 erzielte, war die Messe gelesen.

Die Mannschaften:

TVB 1898 Bittenfeld: Dragan Jerkovic, Johannes Bitter(TW) 1; Tobias Schimmelbauer 2, Dominik Weiß, Bobby Schagen 4/2, Michael Schweikardt 1, Michael Kraus 10/1, Teo Coric, Simon Baumgarten 2, Viorel Fotache 2, Orlowski Marian 1, Can Celebi 1;

HBW Balingen-Weilstetten: Tomas Mrkva, Peter Johannesson(TW); Pascal Hens 3, Christoph Foth 3, Tobias Wagner 2, Matthias Flohr, Jannik Hausmann 1, Lars Friedrich 3/1, Tim Nothdurft, Martin Strobel 3, Yves Kunkel 4/2, Markus Dangers, Sascha Ilitsch 2, Davor Dominikovic;

Strafwürfe

TVB 5/3, HBW 6/3;

Zeitstrafen

TVB 5, HBW 4;

Nächstes Spiel:

HBW Balingen-Weilstetten – Füchse Berlin, Mittwoch, 29. März, 20:15 Uhr, SparkassenArena in Balingen.

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