Vorbericht des HBW-Pressedienstes

Gallier von der Alb sind im Derby zum Siegen verdammt

Nach dem letzten Auswärtsspiel der laufenden Saison haben die Gallier von der Alb noch drei Heimspiele ehe endgültig feststeht, in welcher Liga sie in der kommenden Saison spielen werden. Um weiterhin erstklassig zu bleiben brauchen die Balinger aus diesen drei Heimspielen sehr wahrscheinlich mindestens vier Punkte und deshalb muss das Spiel am Samstagabend gewonnen werden. Das wird alles andere als einfach, denn es ist das wohl bekannteste und in den letzten elf Bundesligajahren am meisten umkämpfte Schwaben-Derby gegen den alten und neuen EHF-Pokalgewinner FrischAuf Göppingen. Das Spiel in der Balinger SparkassenArena beginnt um 19 Uhr und steht unter der Leitung der beiden Unparteiischen Sebastian Grobe und Adrian Kinzel aus Bochum.

Als zum Saisonbeginn der Spielplan veröffentlicht wurde, freute man sich in Balingen auf die letzten drei Heimspiele gegen FrischAuf Göppingen, die SG Flensburg/Handewitt und den deutschen Rekordmeister THW Kiel. Die Verantwortlichen waren sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt sicher, dass die Balinger SparkassenArena an diesen drei Spieltagen drei Mal ausverkauft sein wird. Sie waren sich aber auch alle darüber im Klaren, dass der Klassenerhalt vor diesen drei Highlights in trocken Tüchern sein sollte, weil es ansonsten ganz, ganz schwierig wird, den Klassenerhalt ein elftes Mal zu schaffen. Dieser Wunsch ist aus vielerlei Gründen nicht in Erfüllung gegangen. Es waren viel zu viele Spiele dabei, wie zuletzt beim starken Aufsteiger HC Erlangen in Nürnberg. „Ich bin sprachlos“, rang HBW-Trainer Rúnar Sigtryggsson in der Pressekonferenz nach der deutlichen 33:25-Niederlage regelrecht nach Worten. Eine Mannschaft, die im Abstiegskampf stecke, dürfe sich so nicht präsentieren, wie es seine Mannschaft gehabt habe und sein Geschäftsführer Wolfgang Strobel stieß ins gleiche Horn. Ihm tat es auch für mitgereisten Fans leid, die alles versuchten haben, um ihre Mannschaft zu unterstützen und dann so ein Spiel mit anschauen mussten. Wenn man so im Abstiegskampf stecke, wie der HBW, dann könne man von allen vierzehn Spielern, nicht nur von einzelnen, erwarten, dass sie sich zerreißen und das sei gegen Erlangen nicht passiert, war Strobel sichtlich niedergeschlagen.

Viel Zeit nach Ursachen zu forschen bleibt den Balingern nicht. Gerade mal zwei Trainingseinheiten hat Trainer Sigtryggsson, um seine Mannschaft auf das hochbrisante Derby gegen FrischAuf Göppingen vorzubereiten. Der Isländer sieht das allerdings mit gemischten Gefühlen. Für ihn als Trainer sei die Zeit zwischen den zwei Spielen zu kurz, um eine gute Vorbereitung zu machen. Für die Spieler sei es allerdings besser, wenn sie nach so einer Niederlage wie gegen Erlangen nicht viel Zeit haben, sich Gedanken darüber zu machen, erklärte Sigtryggsson, der in den zwei Trainingseinheiten erneut auf seinen Mittelmann Martin Strobel verzichten muss. Nachdem der Spielmacher seine Blessuren aus dem Heimspiel gegen Leipzig halbwegs verdaut hatte und in der Arena Nürnberg auf die Zähne biss, um seiner Mannschaft zu helfen, wurde er dort nach nur drei Minuten durch einen Schlag in den Nacken regelrecht niedergestreckt. Er musste minutenlang behandelt werden und fiel für die komplette erste Hälfte aus. In den zweiten dreißig Minuten versuchte er der Mannschaft noch zu helfen, konnte aber nur sporadisch aufs Feld. Was aus seinem Einsatz gegen Göppingen wird, wird man erst wissen, wenn sich die Spieler vor dem Anpfiff aufwärmen.

Mit Blick auf das Derby muss man kein Prophet sein, um zu wissen, was die Gallier von der Alb erwartet. Die Grünweißen aus Göppingen haben bislang eine bescheidene Saison gespielt, aber im EHF-Pokal ganz groß aufgetrumpft. Vor einer Woche gingen sie als Außenseiter in der eigenen Halle ins Finalturnier und die Fans glaubten ihr Augen nicht zu trauen. Trotz großer Personalprobleme – sogar Christian Schöne, der seine Karriere letzte Saison beendet hatte, streifte sich nochmals das Trikot über – stiegen Mannschaftskapitän Manuel Späth und Co. wie Phoenix aus der Asche. Erst rang Göppingen im Halbfinale den SC Magdeburg nieder und im Finale hatten die Füchsen Berlin keine echte Chance. Wer jetzt vermutet, dass für Göppingen damit die Saison gelaufen ist und sie im Derby nicht voll bei der Sache sein werden, dem sei ein Blick auf die Tabelle empfohlen. Mit 21 Punkten ist Göppingen noch nicht zu hundert Prozent gesichert. Es sind auf die Abstiegsplätze nur vier Punkte und um sämtliche Zweifel aus dem Weg zu räumen, werden die Grünweißen, gegen die Gallier von Alb alles in die Waagschale werfen, um die letzten Zweifel zu beseitigen. Der Flow aus den Pokalspielen am vergangenen Wochenende dürfte ihnen dabei behilflich sein.

Wie vor jedem Spiel der Gallier von der Alb hat HBW.tv auch vor dem Schwaben-Derby mit Trainer Rúnar Sigtryggsson gesprochen und wie der Isländer die Chancen auf einen Erfolg einschätzt, gibt esim nachfolgenden Video zu hören

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