Vorberict des HBW-Pressedienstes

Ab sofort zählt nur noch der Kampf um den Klassenerhalt

Nach dem Doppelpack gegen die Rhein-Neckar-Löwen haben die Gallier von der Alb kaum Zeit zum Durchatmen. Im Kampf um den Klassenerhalt geht es Schlag auf Schlag im Drei- und Viertagerhythmus weiter. Bereits am Samstag müssen die Schwaben in den Osten der Republik zum SC DHfK Leipzig fahren. Der Aufsteiger aus der vergangenen Saison schwimmt im Moment auf einer Welle der Euphorie und empfängt den HBW Balingen-Weilstetten mit breiter Brust. Spielbeginn in der Leipzig Arena ist um 20:15 Uhr. Die Leitung der Partie haben die beiden Unparteiischen Matthias Brauer und Kai Holm aus Hamburg.

Nach zwei Niederlagen in Folge ist es oft nicht ganz einfach, eine Mannschaft so vorzubereiten, dass sie nur auf das nächste Spiel fokussiert ist und die zurückliegenden Niederlagen ad acta legen kann. Allerdings sollten die Niederlagen gegen die Rhein-Neckar-Löwen den Balinger diesbezüglich keine Probleme bereiten. Jedem war im Vorfeld klar, dass es weder im Punkt- noch im Pokalspiel etwas zu erben gibt. Die Mannschaft von Trainer Rúnar Sigtryggsson kann sogar noch etwas Positives mitnehmen, denn die Befürchtung, von den Löwen abgeschlachtet zu werden, hat sich nicht bestätigt. Im Ligaspiel konnte der krasse Außenseiter den haushohen Favoriten aus Mannheim sogar richtig ärgern. Im Pokalspiel waren die Balinger gegen die Rhein-Neckar-Löwen allerdings chancenlos. Sie konnten zwar die zweite Hälfte ausgeglichen gestalten, aber der Einzug der Löwen ins REWE Final Four geriet dadurch nie in Gefahr.

In Hamburg könnte es im Februar dann passieren, dass der amtierende Deutsche Meister auf den nächsten Gegner der Gallier von der Alb trifft. Der SC DHfK Leipzig hat nämlich sein Viertelfinalspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf am vergangenen Dienstagabend vor heimischem Publikum ziemlich souverän gewonnen und hatte alle Grund zum Feiern. Überhaupt schwimmt der Aufsteiger der vergangenen Saison auf einer Welle des Erfolgs und es gibt viele Parallelen zu den Füchsen Berlin. Ähnlich wie die Hauptstädter hat sich Leipzig nach dem Aufstieg ganz schnell von den Mannschaften im Tabellenkeller distanziert und sich in den oberen Regionen eingenistet. Ähnlich wie in Berlin hat das neben einem entsprechend finanziellen Etat auch etwas mit dem Trainer zu tun und ähnlich wie damals Dagur Sigurdsson in Berlin, ist derzeit der Leipziger Trainer Christian Prokop als Trainer der deutschen Nationalmannschaft im Gespräch.

Dass Prokop das Trainergeschäft in allen Bereichen auf hohem Niveau beherrscht, steht völlig außer Frage. Er hat bereits in der zweiten Liga eine Mannschaft zusammengestellt, von der er überzeugt war, dass sie nach dem Aufstieg so stark ist, dass ein sofortiger Abstieg kein Thema sein wird. Die Mannschaft wurde dann sukzessive so verstärk und zusammengestellt, dass der fünfte Tabellenplatz und der Einzug ins REWE Final Four keine große Überraschung sind. Dass Prokop auch die psychologischen Spielchen versteht und ganz genau weiß, wann er welche Karte spielen muss, kann man vor der Partie gegen den HBW wunderbar beobachten. Dass seine Jungs nach dem Sieg gegen die TSV Hannover-Burgdorf gefeiert haben, war klar und auch verdient. Ähnlich wie bei den Verantwortlichen und den Fans ist bei den Spielern ein Dauergrinsen im Gesicht geblieben und die Gefahr, dass der Pokalerfolg am Samstag noch in den Köpfen steckt, ist nicht völlig von der Hand zu weisen.

Um alle wieder einzufangen und in die richtige Stimmung zu versetzen hat Prokop das Spiel gegen die Gallier von der Alb deshalb nicht nur zum Charakterspiel hochstilisiert, sondern er hat auch noch in die allerunterste Psycho-Schublade gegriffen, um bei Fans und Mannschaft die gewohnt aggressive Stimmung in der Leipzig Arena zu wecken. Die Leipziger Volkszeitung zitiert Prokop mit den Worten: „Das wird ein dreckiges und ruppiges Spiel!“ Das Haus- und Hofblatt der Körperkulturellen tut ihm den Gefallen und macht die passende Schlagzeile daraus und schon hat Prokop erreicht was er wollte.

Wenn alles so läuft, wie der SC-Trainer sich das wünscht, haben die Gallier von der Alb kaum eine Chance, etwas zählbares aus dem Osten der Republik mitzubringen. Das weiß auch HBW-Coach Rúnar Sigtryggsson. „Wir fahren mit einem guten Gefühl dorthin, aber es ist verdammt schwierig dort zu bestehen. Leipzig spielt einen sehr aggressiven Handball“, weiß der Isländer ganz genau, was ihn und seine Mannschaft in seiner Heimatstadt erwartet. Was der HBW-Coach sonst noch zu erzählen hatte und wie er das Spiel gegen den Tabellenfünften angehen möchte, gibt es in der Spieltagvorschau bei HBW.tv (siehe nachfolgendes Video).

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