Spielbericht des HBW-Pressedienstes

Gallier von der Alb bezwingen den TV Emsdetten

In einem hochdramatischen und kämpferisch ganz starken Spiel haben die Gallier von der Alb gegen das nächste Schwergewicht der Liga gewonnen. Gegen eine sehr offensiv agierende Abwehr haben die Balinger nie den Kopf verloren, in den meisten Fällen die richtigen Entscheidungen getroffen und mit einer mannschaftlich geschlossen Leistung zwei hochverdiente Auswärtspunkte geholt. Der 29:31(16:15)-Erfolg ist der zehnte Sieg im dreizehnten Spiel seit Mitte Februar.

Die Hausherren agierten wie erwartet mit einer ganz offensiven Abwehr und provozierten einige Ballverluste bei den Balingern. Allerdings gelang es dem geduldigen Rückraum, die Außenspieler und den Kreis immer wieder in Position zu bringen. Die konnten dann oft genug nur unfair gebremst werden und den beiden Unparteiischen meist nichts anderes übrig als auf Strafwurf zu entscheiden. Die waren Sache von Oddur Grétarsson der seine Mannschaft mit zwei verwandelten Strafwürfen in Führung brachte. Dass die Hausherren nach zehn Minuten mit 3:2 das Ergebnis wieder gedreht hatten, lag daran, dass die Balinger noch etwas brauchten, um mit der TVE-Abwehr zurecht zu kommen. Mit zunehmender Spieldauer gelang das immer besser und in der 17. Minute führten die Gallier von der Alb mit 6:9 und hatten für etwas Ruhe in der Ems-Halle gesorgt.

Nach dem 8:11 durch Gregor Thomann musste Christoph Foth für zwei Minuten auf die Bank und Emsdetten konnte die Überzahl nutzen und auf 10:11 verkürzen. Kurz vor dem Pausenpfiff nutzten die Hausherren einen Ballverlust der Balinger und erzielten den 14:14-Ausgleich. Martin Strobel konnte zwar nochmals vorlegen, aber der TVE konterte erneut in Person von Jasper Adams, mit dem die Balinger Abwehr so ihre Probleme hatte. Mit dem Pausenpfiff bekam Emsdetten noch einen Freiwurf zugesprochen.

Mit dem Treffer zum 16:15 wurde der Spielverlauf der ersten Hälfte zwar etwas auf den Kopf gestellt, aber die Schwaben ließen sich von dem Rückschlag nicht unterkriegen. Auch nicht als Emsdetten vom Anpfiff weg in der zweiten Halbzeit mit 17:15 in Führung ging. Der Zwei-Tore-Vorsprung hatte nur bis zum 19:17 (37. Min.) Bestand. Mit einem 3:0-Lauf holte sich der HBW die Führung zurück. Allerdings nur für kurz Zeit, denn nach dem 20:20 musste Tobias Wagner für zwei Minuten auf die Bank. In zahlenmäßiger Überlegenheit legten die Hausherren wieder vor. Kaum wieder vollzählig, gelang Martin Strobel der Ausgleich und kurze Zeit später nutzte Torhüter Mrkva einen Ballverlust der Hausherren, die im Angriff auf Grund einer Zeitstrafe mit dem zusätzlichen Feldspieler agierten und erzielte das 21:22.

Nach dem 22:23 von Matti Flohr, zogen die Balinger auf 23:27 davon und hatten zehn Minuten vor Schluss nach einer weiteren Tomáš-Parade die Chance eine Vorentscheidung zu erzielen. Sie verloren jedoch zwei Mal den Ball gegen die aggressive Abwehr und Emsdetten war wieder im Spiel. Beim 27:28, fünf Minuten vor dem Schlusspfiff, stand die Halle Kopf und erst recht, als Oddur Grétarsson vom Siebenmeterpunkt scheiterte. Zuvor hatte der Isländer sieben Mal sicher verwandelt. Tomáš Mrkva schnappte sich allerdings den nächsten Wurf von Emsdetten und der neunfache Torschütze Gregor Thomann traf im Gegenzug zum 27:29.

Wer glaubte, dass 90 Sekunden vor dem Schlusspfiff beim 27:30 durch Jona Schoch der Deckel auf der Partie war, der wurde durch Emsdetten eines Besseren belehrt. Sie erkämpften sich noch zwei Mal den Ball und als die Uhr noch 45 Sekunden anzeigte, war erneut alles offen. Mit viel Routine, einer cleveren Auszeit und einem treffsicheren Martin Strobel ließ sich Balingen das Ding aber nicht mehr nehmen und konnte nach dem 29:31 zwei hochverdiente Auswärtspunkte bejubeln.

„Großes Kompliment an die Mannschaft, die heute den Kampf angenommen hat, den Emsdetten auf die Platte gebracht hat“, war HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel nach dem Schlusspfiff rundum zufrieden und auch Trainer Jens Bürkle konnte sich dem Lob nur anschließen. „Ich bin sehr zufrieden heute. Das Spiel stand kämpferisch auf einem ganz hohen Niveau und viele Spieler haben Verantwortung übernommen“, lobte der Sportwissenschaftler die Einstellung der gesamten Truppe, hob aber dennoch den neunfachen Torschützen Gregor Thomann hervor, dessen Einsatz auf Grund eines lädierten Zehs bis zuletzt auf der Kippe stand. Auch Oddur Grétarsson habe gegen seinen Ex-Verein von außen eine super Quote gehabt. Wichtig gegen die ganz offensive 3/2/1-Abwehr sei auch die Geduld der Rückraumspieler gewesen. „Für die Jungs war es ganz schwieriges Spiel, weil sie fast ausschließlich als Vorbereiter da waren“, gefiel dem Balinger Geschäftsführer, wie Schoch und Co. statt selber mit Würfen zu glänzen, ihre Außenspieler und den Kreis in Szene setzen konnten.

Die Mannschaften

TV Emsdetten: Mark Ferjan, Konstantin Madert (TW); Merten Krings 7, Marten Franke 3, Yannick Terhaer 2, Malte Schröder, Paul Kolk, Nick Steffen, Yannick Dräger 2, Dirk Holzner 2/1, Sven Wesseling, Jasper Adams 11, Andre Kropp, Georg Pöhle 2;

HBW Balingen-Weilstetten: Marouen Maggaiz, Tomas Mrkva (TW) 1; Christoph Foth, Tobias Wagner 1, Matthias Flohr 1, Jannik Hausmann 2, Gregor Thomann 9, Tim Nothdurft, Dadi Runarsson, Oddur Gretarsson 9/7, Martin Strobel 3, Jona Schoch 4, Julian Thomann, Lukas Saueressig 1, Moritz Strosack;

Zeitstrafen

TVE 7, HBW 5;

Strafwürfe

TVE 1/1, HBW 8/7;

Nächstes Spiel

HBW Balingen-Weilstetten – Wilhelmshavener HV, Samstag, 12. Mai, 19 Uhr, SparkassenArena in Balingen

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