Spielbericht von Joachim Hausmann

Jung-Gallier kehren erneut mit leeren Händen heim

Beim TSV Neuhausen/Filder setzt Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten II seine rabenschwarze Auswärtsserie fort und blieb damit auch im sechsten Spiel in fremder Halle ohne jeden Punkt. Dabei waren die gastgebenden „Mad Dogs“ in allen Belangen überlegen, wie Trainer André Doster hinterher unumwunden zugeben musste.

Außer in der Anfangsphase hatten die Jung-Gallier den Gastgebern nichts entgegen zu setzen, gute zehn Minuten lang gelangen ordentliche Angriffe, und auch die Abwehr stand noch vergleichsweise sicher. Doch bereits in dieser Phase zeigte sich, was charakteristisch für das gesamte Spiel werden sollte: Die ersten fünf Tore der Mad Dogs erzielte Kapitän Hannes Grundler, der sich am Ende zu seinem Geburtstag mit insgesamt 17 Toren selbst beschenkte, die Gäste fanden im Defensivverbund einfach keinen Zugriff auf den Gegner. Und als dann auch die übrigen Neuhauser anfingen zu treffen, geriet der HBW II schnell deutlich ins Hintertreffen. Innerhalb von 120 Sekunden zogen die Mad Dogs mit einem 3:0-Lauf auf 10:6 vorentscheidend davon, nur noch einmal kamen die Jung-Gallier beim 14:11 von René Zobel näher heran. Doch dann schlug wieder Hannes Grundler zu, viermal traf der Spieler des Tages noch vor der Pause, während der HBW II nur noch einmal durch Lukas Saueressig erfolgreich war. Symptomatisch auch, dass Jan Bitzer mit der Pausensirene vom Siebenmeterpunkt an Keeper Sebastian Arnold scheiterte. So war Dosters Resümee auch deutlich: „Neuhausen war uns in allen Belangen überlegen, war lauffreudiger, beweglicher, hat mehr investiert. Wir haben in der Abwehr keinen Zugriff bekommen, hatten gerade gegen den Rückraum große Probleme.“

Auch nach dem Seitenwechsel zeigte sich keine Veränderung im Spielverlauf, schnell legte der TSV zwei Treffer nach, und in der 40. Minute betrug die Führung erstmals zehn Tore – Grundler hatte per Strafwurf getroffen. Die Jung-Gallier hatten dem wenig entgegenzusetzen, Entlastung kam vor allem über den jungen Rechtsaußen Moritz Strosack, der in der Schlussviertelstunde mit fünf Toren dafür sorgte, dass der Rückstand in Grenzen gehalten werden konnte. So waren es letztlich nach dem finalen Siebenmeter von Julian Thomann zum 39:31 „nur“ noch acht Tore Differenz, die aber den Unterschied an diesem Abend widerspiegelten. So sah das auch der Balinger Trainer: „Neuhausen war einfach besser als wir.“ Und der Hauptgrund war leicht ausgemacht, denn „von der ersten Minute hat unsere Abwehr nicht funktioniert, das war unsere schlechteste Abwehrleistung seit Monaten. Der Gegner durfte quasi machen, was er wollte.“

Nach dieser Niederlage rangiert das Perspektivteam des HBW auf dem neunten Platz der Liga, vier Punkte hinter Spitzenreiter Kornwestheim, der am Freitag der nächste Auswärtsgegner ist, aber auch nur fünf Zähler vor dem ersten Abstiegsplatz. Doch der Trainer weiß: „Die Liga ist extrem ausgeglichen, jeder kann jeden schlagen. Alles ist möglich, in alle Richtungen“ Und da sollte endlich auch auswärts gepunktet werden: „Dann muss eben Kornwestheim dran glauben“, flüchtete sich Doster direkt nach dem Spiel ein Stück weit in Galgenhumor. Wie das geht, hat Neuhausen vor zwei Wochen beim 32:31 vorgemacht.

Spielfilm: 4:4, 10:6, 14:9, 18:12 – 23:16, 27:17, 33:23, 39:31.

HBW Balingen-Weilstetten II: Baumeister, M. Ruminsky; Thomann (6/2), Saueressig (5), Hemmer, Soos (2), Bitzer (3), Wiederstein (1), Dangers (2), Heinzelmann (1), Strosack (6), Zobel (5).

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