Vorbericht von Joachim Hausmann

Jung-Gallier wollen endlich auch auswärts gewinnen

Vergangenes Wochenende war Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten II spielfrei und konnte die Zeit nutzen, um zu regenerieren. Jetzt wird wieder in den Angriffsmodus umgeschaltet, denn es sollen die ersten Auswärtspunkte her. Und was kommt da gelegener als ein emotionsgeladenes Derby? (Samstag, 20 Uhr, Kurt-App-Halle Pfullingen).

Die Pause hat das Team von Trainer André Doster aber auch dringend gebraucht, schließlich kamen die Jung-Gallier zuletzt auf dem Zahnfleisch daher. Viele Verletzungen haben den Kader immer weiter schrumpfen lassen, teilweise war nur noch ein Feldspieler auf der Bank. Da war die Hilfe aus dem Bundesligakader in Person von Jannik Hausmann sowie das Comeback von Athletiktrainer Sascha Ilitsch geradezu ein Segen. So gelangen zuletzt zwei überzeugende Heimsiege gegen Köndringen-Teningen und Hochdorf. Doster sah es mit Erleichterung: „Wir haben uns wacker geschlagen, es waren auch echte Schlüsselspiele.“ Anders sah es bisher allerdings in fremden Hallen aus, dort gab es noch keinen einzigen Punkt zu holen. Das soll sich nun im Derby ändern.

Doch auch nach der freien Woche wird sich die Personallage nicht entscheidend verbessern. Wegen des Doppelspieltags der 2. Bundesliga wird Jannik Hausmann nicht dabei sein, Ilitsch ist zumindest fraglich. Wenigstens hat sich Michael Hemmer von seiner Rippenverletzung erholt, dafür droht aber Rechtsaußen Moritz Strosack auszufallen, der krank vom U20-Länderspiel zurückgekommen ist. Weiterhin fehlen werden zudem die operierten Nick Ruminsky und Fynn Beckmann. Gewisse Hoffnung besteht dagegen, dass René Zobel nach überstandener Bauchmuskelzerrung eventuell doch eingesetzt werden kann. „Aber wir brauchen uns so oder so nicht zu verstecken, die Mannschaft hat unter ähnlichen Bedingungen schon oft ihre Klasse bewiesen“, kennt Doster die Stärke seines Kaders.

Die Aufgabe in Pfullingen wird jedoch alles andere als einfach. Nach einem schwierigen Start mit nur einem Punkt aus drei Spielen, gelangen in den vergangenen Wochen drei Siege in Folge, nicht zuletzt dank der Rückkehr von Leitwolf Micha Thiemann, „eine der tragenden Stützen der Mannschaft“, weiß auch HBW-Coach Doster. Ein wesentlicher Faktor dürfte dabei die Kulisse werden: „Wer schon einmal in der Kurt-App-Halle gespielt hat, weiß, was dort für eine Atmosphäre herrschen kann. Wir müssen von Beginn an aufpassen, dass es nicht nur in eine Richtung geht“, ist sich Doster der Brisanz im Derby bewusst. Am besten orientieren sich die Jung-Gallier an der Vorsaison, als beide Spiele gegen Pfullingen gewonnen wurden: Zuhause siegten Kapitän Julian Thomann & Co. mit 32:28, in der App-Halle mit 32:29.

Damit das diesmal auch so gelingt, wird alles passen müssen, denn die Pfullinger haben aktuell einen Lauf, „mit einem Sieg sind sie ganz dicht an uns dran“, kennt Trainer Doster die Brisanz. Sein Team ist heiß aufs Derby, will unbedingt den ersten Sieg in der Fremde. „So ein Derby macht immer Spaß, und wir werden versuchen, den nächsten Schritt zu machen.“ Und mit einem Auswärtssieg würde der HBW II den Anschluss an die Tabellenspitze halten und sich weiter im Vorderfeld der 3. Liga Süd etablieren. Es ist also angerichtet für ein stimmungsvolles und packendes Derby.

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