Vorbericht von Joachim Hausmann

Der entthronte Meister kommt

Nach der deutlichen Niederlage im Derby beim VfL Pfullingen steht Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten II das nächste Heimspiel ins Haus. Doch gegen den SV Salamander Kornwestheim erwartet das Team von Trainer André Doster eine richtig schwere Aufgabe: Kein Geringerer als der letztjährige Meister gibt seine Visitenkarte in der Hölle Süd ab. (Sonntag, 17 Uhr, SparkassenArena, Balingen)

Zudem läuft es bei den Jung-Galliern derzeit nicht so richtig rund, in den letzten Wochen ist der Motor ein wenig ins Stocken geraten. Seit der Serie von drei Niederlagen gegen die Topteams der Liga zeigt sich die Mannschaft ein wenig wankelmütig. Selbst gegen die Aufsteiger gab es zuletzt nur knappe Siege, gegen Willstätt haben Kapitän Julian Thomann & Co. sogar zuhause verloren. Und nach der deutlichen Niederlage letzte Woche im Derby gegen Pfullingen soll jetzt zum Rundenende endlich wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt werden. Doch der heutige Gegner wird dem HBW II alles abverlangen. Kornwestheim hat unheimliches Potenzial, auch wenn es in der laufenden Runde allzu oft nicht umgesetzt werden konnte. So liegt das Team um die ehemaligen Balinger Spieler Chrissi Wahl und Fabian Kugel mit einem ausgeglichenen Punktekonto nur auf einem unbefriedigenden zehnten Platz. Sicher werden sie alles für einen versöhnlichen Rundenabschluss geben und den Gastgebern wie beim 27:27 im Hinspiel einen heißen Kampf liefern.

Trotz des eher durchschnittlichen Saisonverlaufs nimmt Doster die Kornwestheimer absolut ernst, denn „sie sind sehr schlagkräftig aus dem Rückraum.“ In Ex-Profi Peter Jungwirth verfügt Trainer Alexander Schurr über einen der besten Schützen der Liga, der mit 186 Treffer auf Platz 2 der Torjägerliste rangiert. Nur wenig nach steht ihm Christian Wahl mit ebenfalls beachtlichen 113 Toren. Kornwestheim wartet mit einer eingespielten Truppe auf, weiß der HBW-Coach: „Sie spielen eine offensiv ausgerichtete 6:0-Abwehr, haben im Angriff sehr viele variable Ausstiegsmöglichkeiten, die Torwürfe ermöglichen, und spielen ein unfassbar gutes Umschaltspiel, allen voran natürlich Peter Jungwirth. Sie sind vielleicht die beste Mannschaft in Sachen Tempospiel und Gegenstoß.“ Mit hoher Spielintelligenz ausgestattet, schafft es der SVK, „immer wieder, neue Lösungen zum Torerfolg zu finden.“

Darauf wollen und müssen sich die Jung-Gallier optimal vorbereiten, um sich zuhause nicht wie im Vorjahr mit 31:32 geschlagen geben zu müssen. Deshalb erwartet der Trainer auch eine Reaktion auf die Leistung im Derby, wo die Jung-Gallier so ziemlich alle Tugenden, die bisher für attraktiven und erfolgreichen Handball gebürgt hatten, haben vermissen lassen. Zurück zu den Wurzeln lautet das Motto: Eine stabile Abwehr, und nach Ballgewinnen schnelle Gegenstöße, um einfache Tore zu erzielen.

Personell ändert sich wenig. Unter der Woche hatte Doster nahezu alle Mann an Bord. Lediglich Routinier Christoph Foth ist nach wie vor angeschlagen und hat nur dosiert trainieren können - sein Einsatz ist zumindest fraglich. Und Tim Rozman war die ganze Woche mit der Nationalmannschaft unterwegs. Sein Einsatz wird davon abhängen, ob er gesund zurückkehrt. Somit fehlt ganz sicher nur der Langzeitverletzte Valentin Mosdzien.

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