Spielbericht des HBW-Pressedienstes

Am Ende siegte die individuelle Stärke

Im Vorfeld des ersten Heimspiels im neuen Jahr waren die Rollen klar verteilt. Gegen den SC Magdeburg waren die Gallier von der Alb nur Außenseiter, hatten sich aber vorgenommen, den Favoriten aus Sachsen-Anhalt solange wie möglich zu ärgern und die Möglichkeit beim Schopfe zu packen, so sie sich denn bietet. Ersteres ist den Balinger bis zur 53. Spielminute gelungen. Nach dem 28:29-Anschlusstreffer hatten Strobel und Co. der individuellen Stärke der Gäste aber nichts mehr entgegenzusetzen und mussten sich am Ende mit 30:35(17:17) geschlagen geben. Der Magdeburger Sieg ist zwar um zwei oder drei Tore zu hoch ausgefallen, aber verdient ist er allemal.

Den ersten Rückschlag musste HBW-Trainer Rúnar Sigtryggsson und seine Mannschaft schon vor Anpfiff verkraften. Die Hoffnung, dass die Oberschenkelverletzung von Torhüter Tomáš Mrkva soweit ausgeheilt ist, dass er spielen kann, hatte sich schnell zerschlagen. Beim Aufwärmtraining musste er bereits nach wenigen Minuten passen und so rückte Jonas Baumeister aus dem Perspektivkader ins Aufgebot. Positiv konnte man allerdings vermerken, dass nach einer schier endlos dauernden Verletzungszeit endlich Felix König wieder mit im Aufgebot war. Der 26-Jährige Spielmacher stand aber nicht nur im Aufgebot, sondern Trainer Sigtryggsson schenkte ihm von der ersten Minute an das Vertrauen und so standen mit König und Martin Strobel gleich zwei Spielmacher in der Startaufstellung. Überhaupt hatte der HBW-Coach eine Aufstellung gewählt, mit der so wohl niemand gerechnet hatte. Neben Strobel und König fing Jannik Hausmann im rechten Rückraum und der etatmäßige Rückraumspieler Lars Friedrich auf Rechtsaußen an.

Zusammen mit Linksaußen Tim Nothdurft standen damit gleich vier Balinger Eigengewächse auf der Platte. Die spielten zwar alle zusammen recht solide, hatten mit ihren Abschlüssen das ein oder andere mal auch Pech, weil sie nur die Latte oder den Pfosten trafen, aber im Großen und Ganzen hatte die Magdeburger Abwehr relativ wenig Probleme mit dem Balinger Angriff. Nach einem Doppelschlag des SCM lagen die Schwaben nach 14 Minuten bereits mit 4:9 im Rückstand und HBW-Coach Sigtryggsson musste in seiner ersten Auszeit nachjustieren. Er wechselte sein Personal kräftig durch und was er macht, bereitete den Gästen mächtig Kopfzerbrechen. Die Abwehr um Chef-Organisator Davor Dominikovic rührte richtig Beton an, was Torhüter Peter Johannesson zu Gute kam. Der Schwede zeigte eine deutliche Leistungssteigerung und aus der Beton-Abwehr rollte ein Angriff nach dem anderen Richtung Magdeburger Tor. Innerhalb von fünf Minuten dampften Strobel und Co. den Fünf-Tore-Vorsprung der Magdeburger bis auf einen Treffer ein. Höchste Zeit für Gäste Trainer Bennet Wiegert seinerseits die Time-Out-Karte zu ziehen. Seine Ansprache zeigte allerdings wenig Wirkung. Die Gallier von der Alb blieben am Drücker und nach drei Treffern in Folge durch Yves Kunkel, Martin Strobel und Christoph Foth lagen der HBW zum ersten Mal in Führung.

Es dauerte allerdings nicht lange, bis der SCM das Ergebnis wieder gedreht hatte. Eine Zeitstrafe gegen den HBW kam den Gästen zu Gute, allerdings hatte sich zwischenzeitlich ein Kampf auf Augenhöhe entwickelt. Eines war Magdeburg bis dahin jedenfalls nicht gelungen. Sie hatten die „Hölle Süd“ nicht ruhig bekommen. Lautstark stand das Publikum hinter seinen Jungs, die jetzt ackerten und rackerten und um jeden Zentimeter Boden kämpften. Mit 17:17 ging es in die Halbzeitpause und die Zuversicht in der Halle, gegen den Favoriten etwas zu holen, war überall zu spüren. Der Auftakt in die zweiten dreißig Minuten lief allerdings anders als erhofft. Jannik Hausmann scheiterte beim Strafwurf an SCM-Keeper Green und statt selber wieder in Führung zu gehen, lagen die Hausherren kurze Zeit später selber im Hintertreffen. Ein nicht geahndetes Foul an Christoph Foth nutzte der Favorit und erhöhte auf 17:19. Zu ein paar umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen kamen dann auch noch das Pech dazu. Als erstes musste Sascha Ilitsch mit einer Ellbogenverletzung auf die Bank und im gleichen Angriff traf es dann auch noch Spielmacher Martin Strobel, der bis dahin eine ganz starke Partie abgeliefert hatte. Mit einer klaffenden Wunde unterhalb des rechten Auges musste auch er von der Platte. Latten- und Pfostentreffer kamen hinzu und alles zusammen führte dazu, dass wankende Favorit wieder in sicheres Fahrwasser gelangte.

Es wären aber nicht die Gallier von der Alb, wenn sie sich nicht wieder ins Spiel zurückgekämpft hätten. Obwohl die Abwehr zwischenzeitlich ihre Souveränität aus der ersten Halbzeit verloren hatte, waren die Hausherren in der 53. Minute nach einem Treffer von Lars Friedrich beim 28:29 plötzlich wieder in Schlagdistanz. Die Auszeit, die SCM-Trainer Wiegert dann allerdings nahm, hatte eine ähnliche Wirkung, wie die Balinger im ersten Durchgang. Mit klaren Vorgaben kam der Favorit auf die Platte zurück, spielte strukturiert und überlegt seine Angriffe durch und nach drei Treffern in Folge, war das Spiel entschieden.

Die Mannschaften

HBW Balingen-Weilstetten: Jonas Baumeister, Peter Johannesson (TW); Pascal Hens, Felix König 2, Christoph Foth 5, Matthias Flohr 2, Jannik Hausmann 3, Lars Friedrich 5, Tim Nothdurft 4/3, Martin Strobel 2, Yves Kunkel 6, Markus Stegefelt, Sascha Ilitsch 1, Davor Dominikovic;

SC Magdeburg: Jannick Green, Dario Quenstedt (TW); Zeljko Musa 3, Matthias Musche 8, Fabian van Olphen, Jacob Bagersted, Yves Grafenhorst, Mads Christiansen 6, Christian O´Sullivan 1, Marko Bezjak 1, Robert Weber 7/4, Michael Damgaard 8, Nemanja Zelenovic 1, Finn Lemke;

Zeitstrafen

HBW 2, SCM 2;

Strafwürfe

HBW 6/3, SCM 4/4;

Nächstes Spiel

MT Melsungen – HBW Balingen-Weilstetten, Mittwoch, 15. Februar, 19 Uhr, Rothenbach Halle in Melsungen.

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