Spielbericht des HBW-Pressedienstes

"Gekämpft wie die Löwen"

In einem wahren Samstagabendkrimi hat der HBW Balingen-Weilstetten beim TuS Ferndorf einen Punkt gewonnen. Zu Beginn der letzten Spielminute lagen die Balinger in der Sporthalle „Stählerwiese“ noch mit 23:21 im Hintertreffen und der TuS Ferndorf war im Ballbesitz. Mit unbändigem Kampfgeist eroberten die Gallier von der Alb noch zwei Mal den Ball und konnten mit dem Schlusspfiff noch das 23:23 erzielen.

„Es war heute vielleicht nicht unser bestes Spiel, aber wir haben gekämpft wie die Löwen“, verteilte HBW-Trainer Jens Bürkle nach dem Schlusspfiff großes Lob an seine Schützlinge und hob aber zurecht einen von ihnen hervor. „Tomáš Mrkva hat heute seine Tor zugenagelt, sonst verlieren wir das Spiel“, wusste er und die Mannschaft, wem sie schlussendlich den Punktgewinn zu verdanken hatten. Der tschechische Nationalkeeper hatte nach dem Schlusspfiff eine Weltklasse Fangquote von über 40 Prozent. Außerdem erzielte er noch zwei Treffer, als der Gegner in Unterzahl den Torhüter vom Feld genommen hatten.

Mrkva war vom Anpfiff weg hellwach und seine ersten zwei Paraden führten zur schnellen 2:0-Führung für den Tabellenführer. Diesen Zwei-Tore-Vorsprung konnten die Balinger bis zur zehnten Spielminute verteidigen. In Unterzahl erzielte Mrkva seinen ersten Treffer zum 3:6 und das, obwohl die beiden Unparteiischen zuvor Marcel Niemeyer und kurz danach René Zobel mit jeweils einer Zeitstrafe vom Feld geschickten hatten. Für Niemeyer war es zu diesem frühen Zeitpunkt bereits seine zweite Zwei-Minuten-Strafe. Trotz der Drei-Tore-Führung fanden die Balinger aber nicht so richtig zu ihrem gewohnten Spiel. Das lag zum einen daran, dass die Abwehr des TuS Ferndorf äußerst offensiv und recht aggressiv zu Werke ging und die Balinger immer wieder durch Zeitstrafen dezimiert wurden.

Mit zunehmender Spieldauer neigte sich das Pendel mehr und mehr Richtung Ferndorf und mit jedem Treffer, den die Hausherren erzielten, bekamen sie mehr und mehr Unterstützung von den Rängen. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff lag Ferndorf zum ersten Mal mit 9:8 in Führung und mit einem 11:11-Gleichstand ging es schließlich in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten Hälfte holte sich Balingen die Führung wieder zurück. Eine erneute Zeitstrafe, dieses Mal traf es Romas Kirveliavicius, nutzt Ferndorf um das Ergebnis erneut zu drehen. Nach der Ferndorfer 16:15-Führung schickten die beiden Unparteiischen zunächst den TuS-Kreisläufer Rink für zwei Minuten auf die Bank und nur wenig später traf es den Ferndorfer Abwehrchef Branimir Koloper. Er bekam nach einem rustikalen Stoppfoul gegen Jona Schoch sogar die Rote Karte. Nach Ablauf der zwei Zeitstrafen hatten die Balinger das Spiel wieder gedreht. Sie führten 19:16, schafften es aber nicht, den Sack endgültig zuzumachen.

Ferndorfs Trainer Michael Lerscht nahm eine Auszeit und die trug Früchte. Die Abwehr der Hausherren machte unheimlich Druck auf den Balinger Angriff und dem unterlief ein Fehler nach dem anderen. Im Angriff ließ Ferndorf in dieser Phase nichts mehr liegen und zehn Minuten vor dem Schlusspfiff war das Spiel beim 19:19 wieder völlig ausgeglichen. Balingen konnte noch einmal in Führung gehen, aber Ferndorf schlug in der Crunchtime gnadenlos zurück. Aus dem 19:20 für den HBW wurde ein 23:21 für Ferndorf und die Hausherren hatten bei Ballbesitz 60 Sekunden vor dem Schlusspfiff alle Trümpfe in der Hand. Teufelskerl Mrkva parierte einen Wurf von Kreisläufer Michl und im Gegenzug erzielt Lukas Saueressig den Anschlusstreffer.

Auf der Hallenuhr waren noch 19 Sekunden zu spielen, als Ferndorfs Trainer seine letzte Auszeit nahm. In dieser haben sich die Hausherren eingeschworen, den Ball nicht mehr herzugeben, egal was passiert. Sie hatten die Rechnung aber ohne die Balinger gemacht. Mit einer offenen Manndeckung provozierten die Gallier von der Alb beim TuS Ferndorf doch noch einen Ballverlust und zwei Sekunden vor der Schlusssirene traf René Zobel zum vielumjubelten 23:23-Ausgleichstreffer.

Trainer Jens Bürkle:

„Wir haben heute eine überragende Leistung von Tomáš Mrkva, der sein Tor zugenagelt hat, sonst hätten wir verloren. In den letzten zwei Minuten haben wir Stärke bewiesen und das Spiel nochmals gedreht. Es war heute bestimmt nicht unser bestes Spiel, aber gekämpft haben wir, wie die Löwen und deshalb großes Kompliment an die Mannschaft.“

Geschäftsführer Wolfgang Strobel:

„Es ist so kurz nach einem emotionalen Spiel etwas schwierig es zu analysieren, aber ich glaube, dass es am Ende ein gewonnener Punkt ist. Entscheidend war, dass wir auf verschiedenen Positionen heute nicht die gewohnte Leistung abrufen konnten. Deshalb konnten wir uns weder in der ersten, noch in der zweiten Halbzeit entscheidend absetzen, als wir jeweils mit drei Toren vorne lagen. In Ferndorf haben noch nicht viele Mannschaften Punkte geholt und bei der Stimmung in der Halle und der Unterstützung, die die Ferndorfer Mannschaft bekommt, müssen wir über den Punkt froh sein.“

Die Mannschaften

TuS Ferndorf: Kai Bastian Rottschäfer, Lucas Puhl, Tim Hottgenroth (TW); Jonas Faulenbach, Marijan Basic 4, Erik Irle, Mattis Michel 4, Magnus Neitsch 1, Jan Wicklein, Lukas Zerbe 1, Linus Michel, Moritz Barwitzki, Julius Lindskog Andersson 7/4, Branimir Koloper, Jonas Müller 6, Thomas Rink;
HBW Balingen-Weilstetten: Tomas Mrkva 2, Vladimir Božić (TW); Rene Zobel 3, Marcel Niemeyer, Romas Kirveliavicius 1, Matthias Flohr, Jannik Hausmann 1, Gregor Thomann 1, Lars Friedrich 1, Tim Nothdurft 3, Benjamin Meschke, Oddur Grétarsson 1/1, Juan De La Pena 2, Jona Schoch 5, Diogo Oliveira, Lukas Saueressig 3;

Zeitstrafen

TuS 4, HBW 8;

Strafwürfe

TuS 6/4, HBW 2/1;

Nächstes Spiel

HBW Balingen-Weilstetten – HSG Nordhorn-Lingen, Samstag, 9. März 2019, 19 Uhr, SparkassenArena in Balingen.

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