Spielbericht des HBW-Pressedienstes

Zwei Mal toll zurückgekämpft, aber in der Schlussphase fehlten die notwendigen Körner

„Ich habe heute ein großartiges Handballspiel gesehen, das erst in den letzten fünf Minuten entschieden wurde“, war Kai Wandschneider, Trainer der HSG Wetzlar nach dem Schlusspfiff am Samstagabend in der Balinger SparkassenArena sichtlich zufrieden und erleichtert, dass seine Mannschaft das Spiel gegen den HBW Balingen-Weilstetten für sich entscheiden konnte. Das Ergebnis von 22:26(9:12) spiegelt den Verlauf des Spieles zwar nicht ganz, aber der Gästesieg geht durchaus in Ordnung. In der Schlussphase, als die Moral der Hausherren gebrochen war, fiel er um zwei, drei Tore zu hoch aus.

Ganz ähnlich wie der Wetzlarer Trainer sah auch Balingens Geschäftsführer Wolfgang Strobel das erste Heimspiel der neuen Saison. Es sei immer eine gewisse Schlagdistanz zu Wetzlar dagewesen, erklärte er in der abschließenden Pressekonferenz. „Wenn man aber sechzig Minuten nie in Rückstand gelegen ist, dann hat man am Ende den Sieg auch verdient“, gratulierte der HBW-Chef den Gästen und lobte gleichzeitig die Moral seiner eigenen Mannschaft.

Sowohl HBW-Trainer Rúnar Sigtryggsson, als auch sein Geschäftsführer sahen insgesamt zwei Knackpunkte im Spiel, die letztendlich den Ausschlag für die Niederlage im ersten Heimspiel gegeben hatten. Der eine war kurz vor der Halbzeitpause, als den Hausherren beim Stande von 9:10 ein Angriff abgepfiffen wurde. Welchen Regelverstoß die beiden Unparteiischen dabei gesehen haben, weiß niemand, aber Wetzlar war es egal. Die HSG bekam Ballbesitz und erhöhte auf 9:11. Zudem bekam Davor Dominikovic auch noch eine Zeitstrafe. Die zahlenmäßige Überlegenheit nutzten die Mittelhessen, um mit dem Pausenpfiff auf 9:12 zu erhöhen. „Der Drei-Tore-Rückstand hat uns unheimlich weh getan“, erklärte der HBW-Coach in der abschließenden Pressekonferenz.

Der zweite Knackpunkt war Mitte der zweiten Halbzeit. Beim Stande von 13:16 schickten die beiden Unparteiischen zunächst Christoph Foth für zwei Minuten auf die Bank und nur wenige Sekunde später musste auch Sascha Ilitsch pausieren. Die Gäste erhöhten auf 13:17, aber die beiden Unparteiischen hatten mit ihren Entscheidungen den Unmut des Balinger Publikums geweckt. In der SparkassenArena war jetzt richtig Feuer unterem Kessel und die „Hölle-Süd“ machte ihrem Namen alle Ehren. Jetzt bewahrheitete sich auch die Aussage von HBW-Coach Sigtryggsson, dass das Publikum bis zu fünf Tore gut sein könnte. Den Gästen gelang es nicht, aus ihren Überzahl weiteres Kapital zu schlagen – ganz im Gegenteil! Die Gallier von der Alb starteten eine furiose Aufholjagd. Yves Kunkel verwandelte zwei Strafwürfe und einen Tempogegenstoß erfolgreich und der scheinbar sichere Vier-Tore-Vorsprung von Wetzlar war bis auf einen Treffer geschrumpft. Den egalisierte Mannschaftskapitän Martin Strobel und plötzlich stand das Spiel auf Messers Schneide.

Wetzlars Trainer reagierte sofort und legte die Grüne Karte für eine Auszeit auf den Zeitnehmertisch und die zeigte Wirkung. Die Hausherren konnten das 17:18 zwar erneut durch Sascha Ilitsch egalisieren, aber bereits im folgenden Angriff der Wetzlarer war die Partie für Christoph Foth beendet. Der verstand zwar die Welt nicht mehr, als er schon wieder eine Zeitstrafe bekam, aber es änderte natürlich nichts an der Tatsache, dass er die Platte verlassen musste. Da er die zwei erhobenen Finger zum dritten Mal gesehen hat, musste er das restliche Spiel von der Tribüne aus verfolgen. „In der zweiten Halbzeit sind wir dann wieder rangekommen, aber dann kam Rote Karte gegen Christoph“, erklärte der HBW, dass in der Folge die bis dahin gutstehende Abwehr etwas „auseinandergegangen“ sei. Die Mittelhessen nutzten die Überzahl und die entstandenen Lücken in der Balinger Abwehr im Stile einer abgezockten Klassemannschaft. Beim Stande von 18:21 in der 52. Spielminute war die Partie zwar noch nicht endgültig entschieden, aber man spürte, dass die Moral der Gallier von der Alb etwas gebrochen war. Es glimmte zwar immer wieder ein kleines Fünkchen Hoffnung auf, aber letztendlich reichte es nicht mehr, die Gäste in Gefahr zu bringen. Als ein Blick auf die Anzeigentafel zwei Minuten vor dem Schlusspfiff beim Stande von 21:24 immer noch einen Drei-Tore-Vorsprung der Wetzlarer anzeigte, war dann auch der letzte Funken Hoffnung erloschen. Es kam kaum noch Gegenwehr vom HBW und die HSG erhöhte den Spielstand auf 21:26. Den Schlusspunkt setzte schließlich Martin Strobel zum 22:26.

Die Mannschaften

HBW Balingen-Weilstetten: Tomas Mrkva, Peter Johannesson (TW); Pascal Hens 3, Christoph Foth 1, Matthias Flohr 2, Jannik Hausmann 1, Lars Friedrich, Tim Nothdurft, Martin Strobel 4, Yves Kunkel 5, Julian Krieg 2, Markus Stegefelt, Sascha Ilitsch 4, Davor Dominikovic:
HSG Wetzlar: Benjamin Buric, Nikolai Weber (TW); Stefan Kneer, Vladan Lipovina 1, Kristian Björnsen 3, Joao Ferraz4, Filip Mirkulovski 1, Philipp Weber 11, Tobias Hahn, Emil Berggren, Kasper Kvist 4, Evars Klesniks 1, Anton Lindskog, Jannik Kohlbacher 1;

Strafwürfe

HBW 4/3, HSG 7/6;

Zeitstrafen

HBW 7, HSG 4;

Nächstes Spiel

HBW Balingen-Weilstetten – GWD Minden, Sonntag, 18. September, 15 Uhr, SparkassenArena in Balingen.

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