Spielbericht von Joachim Hausmann
Starker Auftritt ohne Happy End

Linksaußen Mischa Locher traf zwar zehn Mal, aber insgesamt hatten die Jung-Gallier zu viele Fehlwürfe um etwas Zählbares aus Pforzheim mitzunehmen
Thomas Schips
Ohne gelernten Kreisläufer und ohne Stammtorhüter Magnus Bierfreund – derart dezimiert reisten die Jung-Gallier nach Pforzheim. Umso leidenschaftlicher präsentierte sich Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten II in der stimmungsvollen Halle, musste am Ende aber doch dem Kräfteverschleiß Tribut zollen und unterlag der SG Pforzheim/Eutingen mit 26:29 (12:16).
Dennoch erwischten die Schützlinge von Trainer Micha Thiemann den besseren Auftakt und führten nach acht Minuten mit 5:2. Die Gastgeber zeigten jedoch, dass sie die Punkte unbedingt wollten, und glichen innerhalb weniger Minuten zum 6:6 aus. Nun entwickelte sich ein emotional geführter Schlagabtausch, bei dem sich kein Team entscheidend absetzen konnte. HBW-Keeper Nikolas Hajdu parierte einen Strafwurf von Julian Broschwitz, auf der Gegenseite stand ihm Luca Tschentscher in nichts nach und wurde mehr und mehr zum Faktor. Gegen Ende der ersten Hälfte neigte sich das Pendel zugunsten der Goldstädter, als die jungen Balinger zu oft überhastet abschlossen und sich zu viele Fehlwürfe leisteten. So ging es mit einem 16:12 für Pforzheim in die Pause.
Nach Wiederanpfiff kamen die Jung-Gallier entschlossen aus der Kabine. Die Abwehr stand nun bombensicher und ermöglichte vorne leichte Tore. Schnell war der Rückstand aufgeholt, und als Mischa Locher per Doppelschlag zum 20:19 traf, keimte neue Hoffnung beim mitgereisten Anhang auf. Diese wurde jedoch schnell erstickt, da sich erneut Fehler einschlichen, die der erfahrene Gegner gnadenlos bestrafte und auf drei Tore davonzog. Die tapfer kämpfenden Jung-Gallier steckten jedoch nie auf, und nach dem 26:27 durch Louis Mann war zwei Minuten vor dem Ende ein Punktgewinn wieder in Reichweite. Es folgte eine hektische und für die Balinger unglückliche Schlussphase, in der die Gastgeber mit Glück und Routine den Vorsprung über die Zeit brachten.
Pforzheims Trainer Alexander Lipps stimmte nach dem Spiel seinem Balinger Kollegen zu, der meinte: „Pforzheim hätte mit einem Punkt durchaus zufrieden sein können.“ Doch musste der HBW-Coach eine „bittere Niederlage“ eingestehen. „Wir haben extrem viel investiert und in vielen Phasen in der Abwehr richtig gut gestanden. Leider hatten wir zu viele Fehlwürfe und haben manchmal zu hektisch agiert. Wir können aus dem Spiel viel lernen – in so einer hochemotionalen Atmosphäre muss man auswärts erst einmal bestehen.“
Spielfilm: 5:2, 8:8, 12:11, 16:12 – 18:18, 22:22, 27:24, 29:26
HBW Balingen-Weilstetten II: Hajdu, Bessel; Flad (2), Römer, Eisele (1), Betz, Bänsch (5), Banzhaf, Locher (10/6), Wente (2), Mann (2), Dyatlov (4).