Neuverpflichtung Dragan Tubic

"Gallier von der Alb" nehmen serbischen Linkshänder unter Vertrag

Im vergangenen Februar hatte der HBW Balingen-Weilstetten auf eine Verletzungsmisere reagiert und kurzfristig von Eintracht Hildesheim den Rückraumspieler Morten Slundt verpflichtet. Der Däne stand schon seit längerer Zeit auf der Wunschliste von Dr. Rolf Brack und man war in Balingen nicht zuletzt deshalb äußerst zufrieden, dass alles so schnell und reibungslos über die Bühne ging, dass Slundt nach seinem Wechsel sofort für den HBW auflaufen konnte. Für den talentierten Allrounder lief es im Schwäbischen aber alles andere als optimal. Bleich bei seinem ersten Einsatz gegen die TSV Hannover-Burgdorf zog er sich nach wenigen Spielminuten eine Schulterverletzung zu, die eine längere Pause nach sich zog. Da er auf Grund seiner Verletzung auch nicht mit der Mannschaft trainieren konnte, sondern viel Individual- und Aufbautraining alleine absolvieren musste, litt auch die Mannschaftsintegration. Slundt, dem seine Situation sehr zu schaffen machte, sehnte sich immer mehr zurück in seine Heimat und so ging er vor einiger Zeit auf HBW-Geschäftsführer Bernd Karrer zu und eröffnete ihm sein Heimweh nach Dänemark. In Gesprächen mit dem Spieler und seinem Berater kam man schnell zu dem Schluss, dass es für die Psyche und die Weiterentwicklung von Slundt besser ist, dass man das Vertragsverhältnis vorzeitig beendet.

„Wir bedauern natürlich in höchstem Maße, wie die Geschichte mit Morten gelaufen ist. Unsere Fürsorgepflicht gegenüber dem Spieler verbietet es uns in jedem Fall, in dieser Situation auf die Vertragserfüllung zu bestehen. Wir wünschen Morten für seine Rückkehr nach Dänemark und seine weitere sportliche Entwicklung alles Gute und viel Erfolg“, bedauerte HBW-Manager Bernd Karrer den Weggang des Dänen.

Wer die Macher des schwäbischen Erstligisten kennt, der weiß, dass es nicht ihre Art ist, nach solchen Rückschlägen den Kopf in den Sand zu stecken und so machten sich der Manager und seine Mitarbeiter unverzüglich auf die Suche nach einem Nachfolger für Slundt. Dass sie diese Woche ausgerechnet in dessen Heimatland, in Dänemark fündig geworden sind, ist allerdings reiner Zufall und hat mit dem Wechsel von Morten Slundt überhaupt nichts zu tun.

Vom dänischen Erstligisten Mors Thy Handbold wird zur nächsten Saison der Linkshänder Dragan Tubic zu den „Gallier von der Alb“ wechseln. Der 26-Jährige war 2009 Serbiens Handballer des Jahres und absolvierte bis 2010 als Rechtsaußen insgesamt 17 Spiele in der serbischen Nationalmannschaft. Bevor er vor zwei Jahren nach Dänemark auswanderte, spielt er beim polnischen Spitzenclub KS Vive Kielce. Tubic weilte Anfang dieser Woche in Balingen und absolvierte drei harte Trainingseinheiten mit den Schwaben. „Dragan hat in diesen Trainingseinheiten einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Es passiert in solchen Fällen nicht oft, dass alle Entscheidungsträger einer Meinung sind, aber bei Dragan Tubic war es so und deshalb fiel uns die Entscheidung relativ leicht, ihn für die kommende Saison zu verpflichten“, war Geschäftsführer Bernd Karrer beeindruck von der abgelieferten Leistung des Serben und in höchstem Maße zufrieden, dass die Lücke im rechten Rückraum so schnell geschlossen werden konnte.

Auch HBW-Coach Dr. Rolf Brack war sehr zufrieden mit dem was er gesehen hatte. „Tubic war technisch und taktisch in einer sehr guten Verfassung und zeigte in allen Bereichen sehr gute Ansätze“, glaubt der Balinger Übungsleiter, dass der Serbe sehr gut in sein Konzept passen wird. Auch charakterlich habe er einen sehr guten Eindruck hinterlassen und „das was ich von seinem bisherigen Trainer über ihn erfahren habe, hat uns in dem Entschluss, ihn zu verpflichten, bestärkt“, ist Brack optimistisch, dass sich Dragan Tubic schnell in die Mannschaft integrieren wird.

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